Ergotherapie in der Pädiatrie richtet sich an Säuglinge, Kinder und Jugendliche, deren körperliche, geistige, emotionale und/oder soziale Entwicklung verzögert oder auffällig ist.

Bei folgenden Erkrankungen oder Beeinträchtigungen kann eine ergotherapeutische Behandlung sinnvoll sein

  • Schwierigkeiten in der Konzentration, Aufmerksamkeit und Ausdauer
  • Beeinträchtigung in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen
  • Störungen der Fein- und Grobmotorik, die sich beispielsweise im Malen und Schreiben zeigen
  • Störungen des Bewegungsapparates und der Bewegungsabläufe
  • Verhaltensauffälligkeiten in Form von Angst, Aggressionen, Passivität oder Hyperaktivität
  • Beim Zustand nach traumatischen Erlebnissen und daraus resultierenden Störungen der Selbstregulation

Welche Ziele verfolgen wir in der Ergotherapie?


eine größtmögliche Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit im Alltag, im Kindergarten, in der Schule und im weiteren Umfeld des Kindes
Verbesserung der Motorik, Koordination und Wahrnehmung
Stärkung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten, u.a. der Motivation, der Frustrationstoleranz, der Selbst- sowie Fremdwahrnehmung
Erarbeitung von Kompensationsmöglichkeiten

Hierbei unterstützt uns die Sensorische Integrationstherapie


Erklärung:
Sensorische Integration ist die Aufnahme von Sinnesinformationen, ihre Weiterleitung im Nervensystem und ihre Deutung im Gehirn zum Handlungsgebrauch. Dieser Vorgang beginnt lange vor der Geburt, setzt sich lebenslang fort und ist die Grundlage von Bewegung, Sprache und Lernen.
Jean Ayres prägt den Begriff der sensorischen Integrationstherapie. In ihrem Konzept steht die Förderung des Gleichgewichts, der Tast- und Tiefensensibilität zur Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung im Vordergrund.
Der Prozess der sensorischen Integration kann durch unterschiedliche Faktoren beeinträchtigt sein. Dies kann sich beispielsweise in Handlungsungeschicklichkeiten, Entwicklungsverzögerungen oder Lernproblemen äußern.
In der Therapie bieten wir dem Kind über Handlungs- und Bewegungsangebote gezielt sensorische Informationen an, z.B. therapeutisches Schaukeln, Rollbretter, Bewegungsparcours, Rollenspiele.

  • Bewegungsangebote durch spezielle Geräte wie z.B. besondere Schaukeln
  • Handwerkliche, gestalterische und spielerische Tätigkeiten
  • Beratung der Angehörigen und ggf. anderer Bezugspersonen
  • Erprobung alltagsrelevanter und entwicklungsfördernder Handlungen
  • Vermittlung von Lern- und Arbeitsstrategien, Entspannungsverfahren